Freitag, 3. August 2018 um 19 Uhr

Israel „Israel ist ein Kosmos, der an Vielfältigkeit nicht zu überbieten ist.“ Mit dieser Einschätzung nähert sich die Autorin Andrea von Treuenfeld in ihrem Überblicksband der Geschichte des Staates Israel. Sie versammelt historische Schlüsseldaten genauso wie weniger bekannte Ereignisse aus Politik, Kultur und Alltag und lässt sie zu einer Biografie zusammenfließen, die einen neuen Blick auf das „Gelobte Land“ eröffnen will.
In 140 Episoden spannt sich der geschichtliche Bogen vom 14. Mai 1948, als David Ben-Gurion auf Grundlage der Balfour-Deklaration den Staat Israel ausrief, bis in die allerjüngste Vergangenheit. Mit sachlichem Blick auf die Ereignisse informiert das Buch über die Auswirkungen in der Region, nachdem die Kernidee des Zionismus, in Palästina eine „nationale Heimstätte“ des jüdischen Volkes zu schaffen, Realität geworden war.

Die Kapitel verfolgen über die Dekaden hinweg die politische und kulturelle Identitätsbildung und thematisieren die diversen Konflikte mit arabischen Nachbarstaaten und mit der palästinensischen Bevölkerung.
Andrea von Treuenfeld erzählt die Biografie von Israel nicht allein entlang der Zeitachse,
die bestimmt ist durch Nahostk-Kriege, Intifada und das schwierige Ringen um Friedensverhandlungen, sondern stellt auch Menschen und Ereignisse vor, die Auskunft
über die Vielfalt der israelischen Gesellschaft geben. So erfährt man, warum Ilan Ramon,
Israels erster und einziger Astronaut, und Abie Nathan, der Betreiber eines Piratensenders, heute als Nationalhelden gelten. Wie feministische Beterinnen ihren Platz an der Klagemauer erstreiten, dass Rabbiner sich der Gay Pride Parade anschließen und was es mit dem Jerusalem-Syndrom auf sich hat, hält das Buch in den nach Jahren geordneten Episoden ebenfalls bereit.
Die Autorin porträtiert das heutige Israel als ein so faszinierend wie widersprüchliches Land, dessen Bevölkerung sich seit der Staatsgründung mehr als verzehnfacht hat, das bei den IT Technologien zu den innovativsten der Welt zählt und ein begehrtes Reiseziel mit einer zuletzt registrierten Rekordzahl von jährlich 3,6 Millionen Touristen darstellt.